Unsere Vorschulkinder auf den „Tonspuren der Generationen“
In den vergangenen Wochen durften unsere „Großen“ (die 5- und 6-jährigen Vorschulkinder) an einem ganz besonderen Herzensprojekt teilnehmen: „Tonspuren der Generationen – Gemeinsames Töpfern verbindet“. In unserer oft so schnelllebigen Zeit gibt es im Alltag gar nicht mehr so viele Momente, in denen Jung und Alt ungezwungen zusammenkommen. Genau diese Brücke wollten wir schlagen – und das Medium Ton war dafür einfach perfekt. Es lässt sich kneten, rollen, riechen und man braucht überhaupt keine Vorkenntnisse, um sofort loszulegen. Bei dem Projekt ging es nicht darum, fehlerfreie Meisterwerke für die Vitrine zu schaffen. Im Mittelpunkt standen das gemeinsame Tun, das gegenseitige Verstehen und das Teilen von Geschichten.
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Besuch im Seniorenzentrum: Aufregung im Erdgeschoss
Bepackt mit jeder Menge Vorfreude (und ein bisschen Herzklopfen) machten wir uns auf den Weg in das nahegelegene Seniorenzentrum. Dort wurde im großen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss extra Platz für uns gemacht. Begleitet wurden wir von zwei unserer Erzieherinnen und der Kunsttherapeutin Jana Karl, die nicht nur viel Material und Werkzeuge mitbrachte, sondern den Raum für uns auch schon vorbereitet hatte.
Nach einem spielerischen Begrüßungsritual, bei dem das erste Eis blitzschnell brach, wurden feste Tandems gebildet: Immer ein Kindergartenkind und ein/e Senior*in als unschlagbares Kreativ-Team!
Tag 1: Wenn aus Erinnerungen Ton-Kacheln werden
„Heute erzählen wir Geschichten – aber nicht mit Worten allein, sondern mit Ton.“ Mit diesem tollen Impuls starteten die Tandems in die erste zweistündige Kreativzeit. Zuerst durfte das Material ausgiebig untersucht werden: Wie fühlt sich Ton an? Wie riecht er?
Danach ging es an die Gestaltung von ca. 20 x 20 cm großen Ton-Kacheln. Und hier wurde es richtig gemütlich: Die ältere Generation erzählte unseren Kids von ihren Hobbys von früher, von Lieblingstieren aus ihrer eigenen Kindheit oder von Gegenständen, die ihnen damals wichtig waren. Unsere Vorschulkinder hörten mit großen Ohren zu und halfen fleißig mit, diese Geschichten in den Ton zu ritzen oder als kleine Ton-Reliefs aufzubringen. Im Gegenzug durften die Kinder den Senioren von ihren eigenen Wünschen und Hobbys erzählen. Ein wundervolles Miteinander, bei dem gelacht, geknetet und ganz viel gelernt wurde! Nach getaner Arbeit nahm Frau Karl die Kacheln mit in ihre Werkstatt, um sie zwei Wochen lang zu trocknen und das erste Mal im Ofen zu brennen.
Tag 2: Ein bunter Farbrausch und dicke Freundschaften
Nach einer gefühlten Ewigkeit (fünf Wochen können für Vorschulkinder ja verdammt lang sein!) stand der zweite Projekttag an. Diesmal ging es ans Glasieren der gebrannten Tonstücke.
Mit Pinseln, Schwämmen und jeder Menge bunter Farben bewaffnet, machten sich die Tandems wieder an die Arbeit. Das gemeinsame Bemalen bot noch einmal richtig viel Raum, um zu quatschen, die neuen Freundschaften zu vertiefen und den Kacheln einen ganz individuellen, emotionalen Ausdruck zu verleihen. Zum Abschluss schauten wir uns in einer großen Runde alle Kunstwerke an. Es war einfach schön zu sehen, wie stolz sowohl die Kinder als auch die Senioren auf ihre gemeinsamen Werke waren. Das Projekt hat nicht nur die Feinmotorik und Kreativität unserer Kids gefördert, sondern vor allem ihr Selbstvertrauen gestärkt und gezeigt, wie viel wir voneinander lernen können.
Was haben wir alles gelernt und ausprobiert?
Unsere Kids sind jetzt kleine Töpfer-Profis! Sie durften jede Menge ausprobieren:
- Werkzeuge: Modellierhölzer und Schlingenwerkzeuge, um Formen zu schnitzen, und Schwämme zum Glätten.
- Techniken: Das Formen von Hand, das Rollen von Platten, Wülsten und Kugeln.
- Oberflächen: Das Einprägen von Mustern mit Stempeln und Texturen.
- Das große Finish: Das Bemalen mit bunten Glasuren.
Nach dem finalen Glasurbrand im Keramik-Brennofen werden die Kacheln bald als bleibende Erinnerung an einer Wand in der Einrichtung aufgehängt.
Ein großes Dankeschön aus dem Kindergarten!
Ein so schönes Projekt lässt sich natürlich nicht ohne Unterstützung umsetzen. Ein ganz herzliches Dankeschön gilt daher dem Kulturraum Vogtland-Zwickau. Dank dieser Förderung konnten wir unseren Vorschulkindern dieses unvergessliche Erlebnis ermöglichen und eine wertvolle Brücke zwischen den Generationen bauen. Danke, dass Sie geholfen haben, diese Tonspuren der Verbundenheit zu hinterlassen!

